Berlin, November 2016

THE JOURNEY/DROM ist endlich Realität! Alle Vorstellungen waren ausverkauft und erhielten ausgezeichnete Rückmeldungen des Publikums sowie von Kritikern.

„… ein sehr intelligenter Ansatz Minderheiten und Stereotype auf der Bühne zu repräsentieren.“ more „Berlin, November 2016“

Eine Reise

Während dieser Zeit – 1996 – gab es einen Konflikt zwischen der sozialistischen Partei und der Opposition. In der Opposition waren viele Rechtsradikale. Ich arbeitete damals fürs Radio, aber die Medien wurden komplett von Milošević kontrolliert. Ich hatte einen Job in Paraćin, was schwierig war, da ich dort mit den politisch Rechten konfrontiert war.

1991 war ich in der letzten Generation der Armee, die tatsächlich vereint war, mit Kroaten, Serben, Mazedoniern und sogar Leuten aus Slowenien. more „Eine Reise“

Das Chaos von Liebe und Heiraten

Mein Onkel heißt Zoran. Zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern wollte er nach Österreich auswandern. Deswegen haben sie sich scheiden lassen und beide – auf Papier – einen österreichischen Staatsbürger in Wien geheiratet. Der neue Mann von Zorans Frau hat ihre Kinder Anita und Momčilo adoptiert. more „Das Chaos von Liebe und Heiraten“

Liebe und Krieg

Vor dem Krieg war Vlada Besitzer des größten Hauses in Jatagan Mala, Belgrad. Er arbeitete mit Stahl und wurde ausgewählt, Palata Albanija zu errichten, wodurch er sich nicht nur einen guten Ruf verdiente, sondern auch Neid auf sich zog. Sein Nachbar, der dem gleichen Beruf nachging, war eifersüchtig und forderte ihn zum Poker heraus – mit dem Einsatz ihres halben Hauses. Doch Vlada hatte Glück und gewann mit drei Assen. Da jeder von dem Einsatz des Spieles gehört hatte, hatte der Nachbar keine Wahl, als Vlada die Hälfte seines Hauses zu überlassen.

Vlada hatte drei Töchter. Die Jüngste, Vukosava, kurz Vuka, war 18 Jahre alt, als der Krieg begann. more „Liebe und Krieg“

Gewissensfragen

Milan stellte Schmuck her, konnte kein Romanes sprechen und war kein typischer Rom. Er war mit Marija verheiratet und stolzer Vater von sechs Töchtern und zwei Söhnen. Als der Krieg begann, war ihre älteste Tochter Rada bereits verheiratet. Ihr Mann kooperierte jedoch mit den Deutschen und erzählte den Soldaten, wer Roma war und wer nicht. Als sie die Familie von Rada erreichten, gab er sie preis, schaffte es aber, Marija und die zwei jüngsten Kinder entkommen zu lassen. Um ihre Kinder zu schützen, ließ Marija den älteren Sohn, welcher 14 Jahre alt war, Mädchenkleidung tragen, damit die Deutschen kein Interesse an ihm habe würden. more „Gewissensfragen“

Gesprächsauszug

[Zitate]

„Vor den Wahlen kommen die Politiker immer und versprechen den Roma Elektrizität, Wasser und vieles mehr für die Siedlungen. Sie schicken sogar Busse, um die Roma zu den Wahllokalen zu fahren. Doch nach den Wahlen passiert nichts. Nie.“

„Wenn du die kleinen Kinder in Deponija fragst, was sie werden wollen, wenn sie groß sind, sagen sie, dass sie Metall sammeln werden. Oder Pappe.“

more „Gesprächsauszug“

Geschichten von Frauen

Narcisa, 29

„Ich bin wegen dem Leid gegangen. Ich hatte nichts zum leben hier. Dort haben sich die Leute an mich gewöhnt und mir Geld gegeben, sie haben sich um mich gekümmert. Ich habe für einen Sommer in Schweden gelebt, bis die Schule begann. Wenn sie gesehen hätten, in welchen Umständen meine Kinder leben, hätte das Jugendamt sie mir weggenommen. more „Geschichten von Frauen“

Novi Sad, Juni 2016

Zu allererst heißen wir Mihaela Dragan willkommen. Sie wird fortan eine wesentliche Rolle in unserer Performance einnehmen und die Seite der Roma Frauen in unserem Projekt vertreten.

Dann beginnen wir damit, auf unsere work-in-progress Performance im April zurückzublicken. Was wollen wir beibehalten, was wollen wir ändern, was muss weiter entwickelt werden? more „Novi Sad, Juni 2016“

Zurück in der „Heimat“ – unwillkommen in der Fremde

„Natürlich ist Deutschland im Dritten Reich auch ein sicheres Herkunftsland gewesen – für Deutsche […]. Für Juden war es ein bisschen schwieriger.“

Rudko Kawczynski, Podiumsdiskussion Berlin, 7. April 2016

Ein Großteil der Roma, die es bis nach Deutschland schaffen, müssen früher oder später wieder zurückkehren. Da die Chancen auf eine Anerkennung extrem gering sind, drängen die deutschen Behörden sie, freiwillig auszureisen.[1] Anderenfalls droht ihnen die Abschiebung, welche mit hohen Kosten und einer mehrjährigen Einreisesperre verbunden ist. more „Zurück in der „Heimat“ – unwillkommen in der Fremde“

To the land of dreams – im asylpolitischen Labyrinth

Durchschnittlich ein Drittel der Westbalkanflüchtlinge, die nach Deutschland kommen, sind Roma.[1] Aus Serbien sind es über 90 Prozent. Doch seit Dezember 2012 zählt Serbien so wie Mazedonien, Bosnien-Herzegowina und seit Oktober 2015 auch Montenegro, Albanien und Kosovo als sicherer Herkunftsstaat.[2] Sichere Herkunftsstaaten sind jene, „bei denen auf Grund der Rechtslage, der Rechtsanwendung und der allgemeinen politischen Verhältnisse gewährleistet erscheint, daß dort weder politische Verfolgung noch unmenschliche oder erniedrigende Bestrafung oder Behandlung stattfindet“ (Art. 16a, Satz 3 GG) more „To the land of dreams – im asylpolitischen Labyrinth“