Gesprächsauszug

[Zitate]

„Vor den Wahlen kommen die Politiker immer und versprechen den Roma Elektrizität, Wasser und vieles mehr für die Siedlungen. Sie schicken sogar Busse, um die Roma zu den Wahllokalen zu fahren. Doch nach den Wahlen passiert nichts. Nie.“

„Wenn du die kleinen Kinder in Deponija fragst, was sie werden wollen, wenn sie groß sind, sagen sie, dass sie Metall sammeln werden. Oder Pappe.“

„In Deponija war eine Familie mit neun Kindern. Sie hatten ein kleines Haus mit zwei Räumen. Sie alle haben in dem einen Zimmer geschlafen, das andere war für ihr Pferd. ‚Wenn das Pferd krank wird, müssen wir alle hungern‘.“

„Als Gazela, die Siedlung unter der Brücke in Belgrad, zwangsgeräumt wurde, kamen Leute von der Regierung, um die Familien zu zählen. Sie schrieben Nummern an die Häuser und zählten 173. Nur fünf Tage später waren es plötzlich 235, da die Leute gehört hatten, dass sie als Entschädigung Wohnungen oder besseren Ort zum leben erhalten würden. Letztendlich haben nur wenige Familien Container bekommen, viele erhielten garnichts.

Bei dem Versuch, alle Familien in Gazela zu registrieren, wurde schnell klar, dass viele von ihnen keine Papiere hatten. Manche Familien mit vier Generationen hatten keinerlei Papiere und waren rechtlich schlichtweg unsichtbar.

Ein Junge arbeitete an der Ampel und putzte die Fenster der wartenden Autos. Die Polizei verhaftete ihn und behielt alle sein Geld, was er verdient hatte. Aber er hatte keine Dokumente und daher keinerlei Chance, sich irgendwie zu wehren.“